Spoiler: Das Buch ist fertig. Na ja – die Rohfassung. Was bedeutet, dass es ungefähr so fertig ist wie ein Kuchen, den man aus dem Ofen geholt hat, bevor man den Backofen eingeschaltet hat. Es existiert. Es hat Seiten. Manche davon sind sogar gut.
Und trotzdem blogge ich jetzt schon darüber. Warum? Gute Frage. Ich hab mir das selbst auch gefragt.
Die große Recherche um drei Uhr nachts
Irgendwann saß ich also da, Manuskript gespeichert, Kaffee kalt, und tippte sinngemäß ins Suchfeld: „Wie zum Teufel findet jemand ein Buch von einem Autor, den niemand kennt?“
Das Internet hatte Antworten. Viele. Erschreckend viele.
Newsletter. Social Media. Leserunden. BookTok. BookTube. Buchblogs. Gastbeiträge. Autorenforen. Und – natürlich – ein eigener Blog.
Ich scrollte, las, scrollte weiter, und irgendwann kam der Moment, in dem man entweder resigniert oder anfängt. Ich hab angefangen.
Aber wer liest das denn überhaupt?
Ehrlich gesagt: Im Moment wahrscheinlich niemand. Oder meine Eltern…
Hallo, Mama! Hallo Papa!
Das ist keine Selbstgeißelung, das ist schlicht Realität. Eine neue Website mit null Lesern ist wie eine Buchhandlung, die noch nicht eröffnet hat, aber schon das Schaufenster dekoriert. Man macht es trotzdem, weil man irgendwann aufmachen will – und weil das Schaufenster eben Zeit braucht.
SEO ist geduldig. Google auch. Irgendwann wird jemand nach „Autor Kriminalroman Schreibprozess“ oder „wie schreibe ich einen Thriller“ suchen – und vielleicht landet er hier. Und vielleicht hilft ihm das, was ich hier aufschreibe, bei seinem eigenen Projekt.
Das wäre eigentlich schon genug.
Warum jetzt, und nicht wenn das Buch fertig ist?
Weil „fertig“ ein bewegliches Ziel ist. Die Rohfassung steht. Die Überarbeitung läuft. Wann erscheint das Buch? Keine Ahnung. Verlag? Selfpublishing? Schublade? Noch offen.
Was ich aber weiß: Wer erst anfängt, eine Leserschaft aufzubauen, wenn das Buch erscheint, fängt zu spät an. Das ist keine originelle Erkenntnis – das sagen alle, die sich damit beschäftigt haben. Und je eher ich anfange, desto mehr Zeit hat dieser kleine Blog, zu atmen, zu wachsen, und vielleicht irgendwann von jemandem gelesen zu werden, der nicht mit mir verwandt ist.
Was erwartet dich hier also?
Ich werde über den Schreibprozess schreiben – das Schöne daran und das, was einem den Schlaf raubt. Über Recherche, über Figuren, die plötzlich Dinge tun, die man nicht geplant hat. Über Zweifel. Über die Frage, ob der dritte Akt wirklich funktioniert (er tut es. glaube ich. meistens).
Ich werde ehrlich sein. Manchmal selbstironisch. Und gelegentlich werde ich Dinge schreiben, die sich im Nachhinein als falsch herausstellen – in diesem Fall bitte ich schon jetzt um Nachsicht.
Wenn du selbst schreibst: willkommen. Wenn du Thriller und Krimis liest: noch herzlicher willkommen. Und wenn du einfach neugierig bist, was hinter einem Buch steckt, das noch nicht existiert – dann bist du hier genau richtig.
Der Blog ist offen. Das Buch kommt. Irgendwann. Demnächst. Hoffentlich bald!
Janus Dorn
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