Halbzeit! Warum ich in Meilensteinen denke – und was die Zahl 52 damit zu tun hat.

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Ich liebe Zahlen.

Wer mich kennt, weiß das. Und wer mich noch nicht kennt – willkommen, du lernst mich gerade kennen.

Zahlen geben mir Orientierung. Zahlen sind ehrlich. Zahlen lügen nicht, flunkern nicht, machen dir keine falschen Hoffnungen. Eine Zahl sagt dir genau, wo du stehst. Kein Drumherum, kein „jaja, läuft ganz gut“ – einfach: hier ist der Stand, und jetzt weißt du Bescheid.

Deswegen arbeite ich gerne mit Meilensteinen. Nicht mit vagen Zielen wie „ich will irgendwann mal einen Blog haben“ oder „ich sollte eigentlich öfter schreiben.“ Nein. Mit konkreten, messbaren, greifbaren Meilensteinen. Dingen, bei denen ich am Ende des Tages – oder der Woche, oder des Monats – sagen kann: erledigt. Nächster.

Und der aktuelle Meilenstein heißt: 52.


Was hat es mit dieser Zahl auf sich?

Kurze Mathematikstunde. Keine Angst, ich mach’s schnell!

Ein Jahr hat – im Durchschnitt, für die Pedanten unter euch – 52,1786 Wochen. Ich weiß, ich weiß. Die Nachkommastellen sind nicht nötig. Aber ich mag sie. Sie erinnern mich daran, dass auch ein Jahr keine runde Sache ist, sondern ein lebendiges, etwas unordentliches Ding.

Wenn ich also plane, auf diesem Blog zweimal pro Woche einen Beitrag zu veröffentlichen – und genau das ist der Plan –, dann brauche ich für ein volles Jahr: 104,3572 Beiträge. Gerundet: 104.

104 Beiträge. Ein Jahr. Zweimal pro Woche.

Das klingt nach viel. Ist es auch. Aber hier kommt das Schöne an Meilensteinen: ich muss nicht alle 104 auf einmal schreiben. Ich muss nur den nächsten schaffen. Und dann den übernächsten.

Mein aktueller Meilenstein war also: 52 erste Entwürfe. Die Hälfte der Jahresproduktion. Rohfassungen, keine ausgearbeiteten Artikel – aber Texte, die eine Idee haben, eine Richtung, einen Kern. Material, aus dem ich arbeiten kann.

Und – Spoiler – ich bin dort angekommen. 52 Entwürfe in der Pipeline. Dieser Beitrag hier ist nicht eingerechnet. Und 52 Entwürfe fehlen noch, bis der Meilenstein „Jahr 1 vorbereitet“ steht.

Halbzeit.


Warum nicht einfach drauflosschreiben?

Gute Frage. Ich könnte ja auch einfach jeden zweiten oder dritten Tag einen Blog-Post schreiben, wenn mir etwas einfällt. Spontan, organisch, so wie’s kommt.

Könnte ich. Mache ich aber nicht.

Und zwar aus einem ganz einfachen Grund: Ich habe nicht jeden Tag Zeit.

Ich schreibe an einem Roman. Ich überarbeite Kapitel. Ich denke über Plotlogik nach, über Figuren, über Szenen, die noch nicht funktionieren. Ach ja, ich arbeite in einem Job, in dem ich schnell mal über 40 Stunden meiner Wochenzeit opfere. Ein Job, bei dem Menschen Erwartungen an mich haben, in dem sich Menschen auf mich verlassen. Das kostet Energie. Echte, mentale, kreative Energie – die Art, die sich nicht einfach doppelt abrufen lässt, weil man gerade noch schnell einen Blog-Post braucht.

Dazu kommt: Irgendwann – das weiß ich jetzt schon – wird Social Media Teil des Projekts werden. TikTok, YouTube, Instagram. Irgendetwas davon. Noch weiß ich nicht genau wie und wann, aber das gehört dazu, wenn man irgendwann gelesen werden möchte. Auch das braucht Zeit. Auch das braucht Energie.

Deswegen arbeite ich in Blöcken.

  • Schreiben/Überarbeiten
  • Blog
  • Schreiben/Überarbeiten
  • (Social Media)
  • Pause

Meine Wochen sind grob strukturiert: Manuskript. Überarbeitung. Blog. Vielleicht mal Social Media. Und – das ist kein Nice-to-have, sondern Pflicht – Pause. Wer denkt, kreative Arbeit lässt sich endlos durchdrücken wie eine Maschine auf Hochtouren, hat sich noch nicht lange genug damit beschäftigt. Ich habe gelernt: die Pause ist produktiv. Die Pause ist, wo das Gehirn verarbeitet, sortiert, neu verbindet.

Blockartig zu arbeiten bedeutet: wenn ich Blog schreibe, dann schreibe ich Blog. Nicht ein bisschen Blog und ein bisschen Roman und ein bisschen Socials und dabei noch schnell drei E-Mails. Sondern: Block. Fokus. Ergebnis. Und dann Wechsel.

So entstehen die 52 Entwürfe. Nicht in einem wilden Kreativmarathon, sondern in ruhigen, fokussierten Schreibblöcken, die ich mir gezielt einplane – und dann auch schütze.


Was bedeutet das für den Blog – und für euch?

Ich sage es gerne ehrlich: dieser Blog ist noch nicht live. Ihr lest das, weil ich irgendwann, wenn die Vorarbeit getan ist, veröffentliche. Und dann – dann geht es hier richtig los.

Ich habe 52 Entwürfe. Ich weiß, dass ich etwas zu sagen habe. Ich weiß, welche Themen mich beschäftigen, welche Fragen ich mir beim Schreiben stelle, welche Erkenntnisse ich teilen möchte. Nicht als Ratgeber, der alles weiß – sondern als jemand, der mittendrin steckt und trotzdem – oder vielleicht gerade deswegen – interessante Dinge herausfindet.

Das Roman-Projekt läuft. Die Überarbeitung läuft. Und der Blog – der läuft jetzt eben auch, im Hintergrund, still und strukturiert, bis der Moment kommt, wo ich den Schalter umlege.

Versprochen.


Arbeitest du auch in Blöcken – oder bist du eher der spontane Typ?

Ich bin neugierig, wie ihr das handhabt. Gibt es unter euch andere, die mit Meilensteinen arbeiten? Oder findet ihr das zu starr – zu wenig Raum für den Moment, wo die Inspiration einfach da ist?

Schreibt mir. Ich lese alles.

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